Räumliche Leitsysteme

"Zu Anfang gab es noch gar keine Schilder auf dem Bahnhof, aber nach Monaten hat der Lagerkommandant, ein gewisser Kurt Franz, eine erstklassige Station mit Schildern bauen lassen. [...] Beim Verlassen des Zuges hatten die Leute wirklich den Eindruck, sich auf einer normalen Station zu befinden, von wo aus Züge nach anderen Städten wie Suwalki, Grodno, Wien und so fort führten."Augenzeuge über das Vernichtungslager Treblinka gesamte Arbeit lesen

Bachelorarbeit I

Piktogramme und Texte, primäre grafische Elemente im Gestaltungsprozess eines Wegeleitsystems, werden auf ihre Möglichkeiten und Grenzen untersucht.

Die Forderungen nach einer intuitiven und eindeutigen Orientierungsfindung wird aufgegriffen, um daraus die Aufgaben eines Kommunikationsdesigners als leitende Instanz abzuleiten.

Wie nehmen Menschen Signalzeichen im öffentlichen Raum wahr und welche Position nimmt die Signaletik im Prozess der Orientierungs­findung ein?

Einleitung

Täuschung. Desorientierung. Missbrauch. Gewalt. Macht. Diese Zeilen beschreiben welche unglaublichen und manchmal auch furchtbaren Kräfte im Kommunikationsdesign versteckt liegen. In keinem anderen Medium kann auf so banale Art und Weise ein Mensch getäuscht und beeinflusst werden.

Ruedi Baur ergänzt das Zitat mit folgenden Worten: „Die Insignien der Signaletik dekorieren den Abgrund auf der Folie einer Scheinarchitektur: Teuflischer kann die Allianz zwischen Architektur und Signaletik, zwischen den klassischen Medien der Orientierung und ihrem Missbrauch im Dienste des Völkermordes wohl kaum sein.“ (2008, 136)

Genau diese Allianz, die durch Inszenierung einer Scheinwelt die Wahrheit verschweigt, ist es auch, die bis heute die primären Faktoren in der Disziplin der Signaletik darstellt. Beinahe siebzig Jahre später versuchen Gestalter sich dieser Macht bewusst zu werden und sie in positiver und hilfreicher Form einzusetzen.